Märkischer Kreis. (pmk). Die Talbrücke Rahmede weist derart gravierende Schäden auf, dass das Bauwerk dauerhaft gesperrt bleiben muss – auch für Pkw. Das hat die Autobahn GmbH des Bundes am Freitag, 7. Januar, mitgeteilt. Landrat Marco Voge und Lüdenscheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer drängen schnellstmöglich auf den Abriss und Neubau der Brücke.

Die Talbrücke Rahmede soll jetzt schnellstmöglich abgerissen und an derselben Stelle neu gebaut werden. Das fordern auch Lüdenscheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer und Landrat Marco Voge. Beide drängen zudem auf schnelle Unterstützung für Anwohner und Gewerbetreibende.

Anzeige:

Das Stahlgerüst der Talbrücke weist nach Angaben der Autobahn GmbH nicht nur Verformungen und Beulen an mehreren Stellen auf, sondern auch erhebliche Korrosionsschäden und Risse. Das hätten Auswertungen ergeben, die Statiker in den vergangenen Wochen vornahmen. Die Konsequenz: Das Bauwerk dürfe unter gar keinen Umständen mehr befahren werden. Damit sind auch die Pläne vom Tisch, die Brücke mit Stahlplatten zu verstärken, um sie zumindest für Pkw wieder befahrbar zu machen.
Immerhin: Einsturzgefährdet sei die Talbrücke Rahmede nicht, solange sie nicht belastet werde. Eine Sperrung der B229 (Altenaer Straße) sei nach Angaben der Statiker daher nicht erforderlich.

„Das verbessert unsere Situation hier in Lüdenscheid natürlich überhaupt nicht”, sagte Bürgermeister Sebastian Wagemeyer. „Immerhin haben wir aber jetzt eine klare Perspektive, die wir als Chance sehen müssen.” Weil die Brücke jetzt definitiv abgerissen werden muss, könne an derselben Stelle und innerhalb der alten Trasse ein Neubau entstehen. Das sollte den Bauprozess erheblich beschleunigen. Wagemeyer forderte außerdem erneut „umfassende und umgehende Unterstützung” für die von der Vollsperrung besonders stark betroffenen Anwohner, die entlang der Umleitungsstrecken wohnen. Eine Möglichkeit könne die Errichtung von Lärmschutzwänden sein.

Auch Marco Voge drängte auf einen schnellen Abriss und Neubau der Talbrücke. Der Landrat erinnerte erneut daran, dass die Region Südwestfalen einer der wichtigsten Industriestandorte Deutschlands sei – und die Vollsperrung der A45 ein untragbarer Zustand. „Dass die Autobahnbrücke Rahmede fünf Jahre lang nicht zur Verfügung stehen soll, ist für die Region, die heimische Wirtschaft aber auch für Pendler eine massive zusätzliche Belastung. Wir müssen alle Möglichkeiten prüfen und konsequent nutzen, die Verfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen, um den Neubau der Brücke schnellstmöglich umzusetzen. Es geht um nichts weniger als den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und die wirtschaftliche Zukunft der drittstärksten Industrieregion Deutschlands!”

Voge betont, dass auch andere Talbrücken so schnell wie möglich untersucht werden sollten, um ausschließen zu können, dass auch hier schwere Beschädigungen vorliegen. Außerdem forderte Voge Bund und Land dazu auf, nach Möglichkeiten zu suchen, den Gütertransport verstärkt „auf die Schiene zu bringen” und hierfür das Gespräch mit der Deutschen Bahn zu suchen. Das durch das Hochwasser beschädigte Gleisbett auf der Strecke zwischen Lüdenscheid und Hagen solle ebenfalls schnellstmöglich instandgesetzt werden, damit die Volmetalbahn „endlich wieder freie Fahrt” habe.

Foto: Autobahn Westfalen

Teile diesen Beitrag auf: