Altena. Für die Flutopfer in Altena ist eine Großspende bei der Stadt eingegangen — Geld, das mithelfen soll, die größte Not zu lindern.

135.000 Euro hat Bürgermeister Uwe Kober am Mittwoch (18. August) stellvertretend entgegengenommen. Die Spender: das mittelständische Unternehmen Ejot mit Hauptsitz in Bad Berleburg (Wittgenstein) und deren mehr als 2.000 Beschäftigte.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Ejot haben jeweils eine Arbeitsstunde gespendet; die Gesellschafterfamilie um Geschäftsführer Christian F. Kocherscheidt hat den Betrag verdoppelt und damit insgesamt 135.000 Euro für das Sonderkonto „Hochwasser 2021” bei der Stadt Altena zur Verfügung gestellt. Der Ejot-Konzernbetriebsratsvorsitzende Wolfgang Burghardt und Angelika Wetzstein aus der Unternehmensgeschäftsführung übergaben einen symbolischen Scheck über den Betrag im Altenaer Rathaus.

Familiäre und geschäftliche Bindung zu Altena

Zwar hat das Wittgensteiner Unternehmen bereits 2013 eine sechsstellige Summe nach einem Hochwasser für Flutopfer in Grimma (Sachsen) gespendet — zu Altena hat die Ejot-Gruppe noch eine besondere Beziehung: Der 2017 verstorbene Seniorchef Hans-Werner Kocherscheidt ist in Altena zur Schule gegangen und hat hier Abitur gemacht. Und: Es gibt gute Geschäftsbeziehungen in die Burgstadt. Zahlreiche „wichtige Zulieferer”, wie das Unternehmen betont, kämen aus Altena. Ejot zählt dabei fast alle familiengeführten und alteingesessenen Drahtwerke Altenas auf: Brüninghaus, Hesse, Finkernagel, Lüling, Claas und Frohn.

Ein Hilfsangebot gibt es auch noch auf einer anderen Ebene: Da womöglich in einigen Altenaer Unternehmen wegen der Wasserschäden Auszubildende derzeit nicht oder nicht im notwendigen Umfang arbeiten können, aber demnächst ihre Prüfung haben, bietet Ejot an, bei der Suche nach Ausweicharbeitsstellen für diese Azubis zu helfen: entweder mit einem Platz bei Ejot oder in einer anderen Firma im Kreis Siegen-Wittgenstein. Bürgermeister Uwe Kober will die Vermittlung über die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer (SIHK) laufen lassen.

Spezialschrauben für Sarkophag in Tschernobyl

Die Ejot-Gruppe, die weltweit tätig ist, hat sich auf die Herstellung von Verbindungselementen (Schrauben, Dübel) spezialisiert und hat etwa für die zweite Schutzhülle über der Ruine des havarierten Atomkraftwerks von Tschernobyl (Ukraine) mehrere Millionen Spezialschrauben geliefert.

Die Stadt Altena dankt den Mitarbeiter/innen von Ejot und der Gesellschafterfamilie für die Großspende. „Dies ist in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit und wir wissen diese Geste sehr zu schätzen”, heißt es seitens der Stadt. Laut einer gemeinsamen Mitteilung sind bei der Stadt Altena bislang 311 Anträge von Bürger/innen auf Soforthilfe und 113 Anträge von Unternehmen nach der Flutkatastrophe eingegangen.

Ejot-Konzernbetriebsratsvorsitzender Wolfgang Burghardt (links) und Geschäftsführerin Angelika Wetzstein übergaben symbolisch den Scheck von 135.000 Euro an den Bürgermeister von Altena Uwe Kober. Foto: Björn Braun

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