Altena. Der Sommer ist ausgebrochen in Altena. Zwar gibt diese Behauptung aktuell weder der Blick aufs Thermometer noch gen Himmel unbedingt wieder, aber der „Summer of Pioneers” hat, unabhängig vom Kalender, am Montag (7. Juni) begonnen. Und er dauert ein halbes Jahr.

„Summer of Pioneers” heißt das Projekt, das insgesamt 16 Kreativköpfe und Digitalarbeiter aus ganz Deutschland und in einem Fall sogar direkt von der spanischen Insel Gran Canaria in die Burgstadt führt. Am Montag ist das Projekt offiziell gestartet.

Zehn der 16 Teilnehmer/innen sind bereits angereist; die anderen kommen nach. Auch sind am Montag noch nicht alle Einrichtungsgegenstände da. „Bitte alle mal anpacken. Die Bürostühlelieferung ist da, aber der Fahrer traut sich mit dem Lkw nicht in die Lennestraße”, ruft Andreas Kisker, Altenas künftiger Bauamtsleiter, die Pioniere und Begleiter zusammen, die gerade in der Fußgängerzone unterwegs sind. In Höhe des Durchgangs an der oberen Lenneterrasse hat der Spediteur die Stühle abgeladen. Immerhin Bürostühle mit Rollen. Die Pioniere übernehmen bereitwillig und bringen das fahrbare Mobiliar in zwei bislang leer stehende Geschäftslokale in der Lennestraße, die ab jetzt die Gemeinschaftsbüros („Co-Working Spaces”) sind.

„Bringen den Blick von außen mit”

Zum Gemeinschaftsraum und Treffpunkt wird das Café Talstation (ehemals Feedback), direkt gegenüber dem Burgaufzug. In die Räume der ehemaligen Kneipe zieht damit auch wieder Leben ein.

Überhaupt: Leben in der Stadt — lebenswerte Stadt. Das ist, einfach beschrieben, das Oberthema, mit dem sich die Pioniere mit Blick auf die Burgstadt innerhalb des Projekts beschäftigen werden. Wo hat Altena seine Stärken, wo seine Schwächen — und wie lassen sich letztere ausbessern. „Sie bringen den Blick von außen auf die Stadt mit und können ihre Ideen einbringen”, stellt Bürgermeister Uwe Kober gegenüber LOKALSTIMME.DE heraus.

Untergebracht sind die Pioniere in Wohnungen, die die Altenaer Baugesellschaft (ABG) zur Verfügung stellt; ABG-Chef Manfred Haupt, unterstützt von Dominik Seeling, waren bei der Begrüßungstour durch die Innenstadt am Montag mit dabei. Zumal: Hinter dem Sitz der Baugesellschaft an der Kirchstraße befindet sich das Freiluft-Büro für die Kreativköpfe: eine Außenterrasse, die mit Sitzgelegenheiten aufgepeppt worden ist.

„Bewusst auf das Projekt eingeladen”

Unverkennbar der jüngste im Tross der Pioniere ist Levin. Gerade einmal sieben Monate alt trägt ihn seine Mutter Sarah im Brustgeschirr. Sie kommt von Berlin die Burgstadt. Ein Kulturschock? — „Wir sind am Sonntagabend am Bahnhof angekommen. Das war es richtig nebelig — und Altena hatte ‘was verträumtes”, sagt Sarah. Klingt nach einem gar nicht so schlechten ersten Eindruck. Und der Vergleich Klein- zur Großstadt? „Wir haben uns alle ja bewusst auf dieses Projekt eingelassen”, erklärt sie. Und dazu gehöre, dass in Altena eben nicht alles perfekt sei. Schließlich gehe es darum, „kreativ zu denken und Chancen für die Stadt” aufzuzeigen.

Mit einem Begrüßungsfrühstück in der Burg Holtzbrinck hat der erste Tag des Pionier-Sommers begonnen. Dabei hat Bürgermeister Uwe Kober die Teilnehmer als „Bürger/innen auf Zeit — oder gerne auch für länger” willkommen geheißen. Die Stadt freue sich auf das Projekt und sei gespannt auf die Ergebnisse. Zum Auftakt gab es als praktisches Geschenk für jeden eine Laptoptasche, gesponsert von der Baugesellschaft, mit weiteren nützlichen Dingen — wie etwa einer Kaffeetasse.

Das Projekt „Summer of Pioneers” läuft innerhalb des Landesstrukturförder- und Veranstaltungsprogramms „Regionale Südwestfalen” und wird von der Südwestfalen-Agentur in Olpe mit begleitet. Die Agentur hat auch bei der Ausstattung der Büros und des Treffpunkts mitgeholfen — mit Produkten regionaler Anbieter: „Kühlschränke der Marke Severin aus Sundern, Lampen von Trilux aus Arnsberg und die Bürostühle der Firma Kusch aus Hallenberg”, zählt Felix Peter von der Südwestfalen-Agentur auf.

Auch, wenn am Montag noch nicht alles an seinem Platz war, oder für die Büros sogar der Internetanschluss noch fehlte: Der „Summer of Pioneers” ist ausgebrochen in Altena.

Fotos: Björn Braun

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