Altena. Kein Kränzebinden, keine geschmückten Straßen, kein Königsschießen, keine Umzüge, keine Kirmes – kein Feiern im Festzelt. Das Schützenfest der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft, das heute (3. Juni) gestartet wäre und Altena in seinen Bann gezogen hätte, ist um ein Jahr verschoben. Gänzlich ohne grün-weißes Geschehen bleibt die Burgstadt dennoch nicht. Wie etwa die Züge 3 und 4 der Kompanie Kelleramt beweisen.

Donnerstag, 3. Juni 2021, Fronleichnam im 3. Jahr nach dem vergangenen Schützenfest. Eigentlich müsste die Stadt längst prächtig geschmückt sein. Mit grün-weißen Fahnen. Birkengrün. Tannengirlanden. Und dem Festauftakt am frühen Abend entgegenfiebern.

2021, in diesem 3. Jahr nach dem vergangenen Schützenfest ist aber alles anders. Wegen der Corona-Pandemie. Bereits am 2. August 2020 haben Altenas Schützen auf einer außerordentlichen Generalversammlung – unter freiem Himmel im Bungern – entschieden: Die Gesundheit geht vor. Und eine verlässliche Planung mit allen Vertragspartner, die das große Fest und sein Vorlauf haben, lassen keine andere Entscheidung zu, als das nächste Schützenfest frühzeitig um ein Jahr auf 2022 zu verschieben. Wie sich heute in der Rückschau zeigt, eine absolut richtige und kluge Entscheidung.

Noch 378 Tage Wartezeit

Deshalb zählt die Uhr auf der Internetseite der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft jetzt auch am Fronleichnamstag 2021 weiter runter. In Tagen: „Noch 378 Tage bis zum Schützenfest“.

So ganz ohne Grün-Weiß ist die Stadt aber auch dieser Tage nicht. An einigen Wohnhäusern flattern Fahnentücher in den Schützenfarben; auch die Firma Lüling hat am Werk Linscheid, gut sichtbar zur Straße hin, grün-weiß geflaggt. Fast ein bisschen trotzig wehen die Fahnen im Wind. Und zeugen auch von Vorfreude und davon, dass sich Altenas Schützen und ihre Anhänger auch von Corona nicht unterkriegen lassen.

Grün-weiße Fahnen und Wimpelketten schmücken auch Altenas ältestes Gasthaus: das Gasthaus Pilling in der Nette. Aus einem besonderen Anlass. Das Haus Pilling und Wirt Patrick Hochstein sind das Känzebinderlokal und der Kränzebinderwirt der Züge 3 und 4 der Kompanie Kelleramt. Und deren Zugführer, Jan Radix und Florian Moldenhauer, haben sich eine besondere Aktion einfallen lassen: „Eure Zugführer geben Euch einen aus!“

Das Zugführer-Duo gibt einen aus

In der Zeit vom 3. bis 6. Juni 2021 lädt das Duo „alle Schützen und Kränzebinderinnen (der Kelleramtzüge 3 und 4; Anm. d. Red.) auf ein Bier oder ein alkoholfreies Getränk zu unserem Kränzebinderwirt ein“ — unter Corona-Bedingungen, versteht sich. Dass auch diese Aktion nur „ein ganz ganz kleiner Ersatz“ für das Fest sein könne, sei ihnen klar, aber „wir hoffen trotzdem, dass viele von Euch auf ein Getränk vorbeischauen und sich gerade dann an die besonderen Ereignisse des letzten Schützenfestes erinnern“, heißt es in der Einladung von Radix und Moldenhauer.

Verbunden ist die Einladung mit einer Aktion, die zumindest digital für Gemeinschaft sorgen soll: „Wenn Ihr wollt, postet doch ein Selfie von Euch mit Schützenkappe und Getränk. So sind wir irgendwie auch in diesem Jahr trotzdem zusammen“, rufen die beiden Zugführer auf.

„Unser Fest kann nichts ersetzen. Jedes Schützenfest in Altena ist besonders und man denkt auch noch Jahre später an die Besonderheiten gerade dieses einen Schützenfestes zurück“, schreiben Radix und Moldenhauer in der Einladung an die Züge 3 und 4. Damit auch in diesem Jahr „dieses besondere Datum nicht unbesetzt bleibt“, hätten sie sich diese Aktion ausgedacht. Also: Ein bisschen feiern geht auch Anno 2021, dem Jahr des ausgefallenen Schützenfestes in Altena.

Fotos: Carsten Menzel

Schwelgen Sie noch einmal in Erinnerungen:

Hier gibt es unsere Sonderseite zum letzten Schützenfest 2018 mit vielen Fotos.

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