Altena. Kurz, aber heftig: So lässt sich die Sturmböe beschreiben, die am Dienstagnachmittag (25. Mai) durchs Lennetal fegte — und der Polizei und der Feuerwehr in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde Einsätze bescherte. Und das waren nicht die einzigen an diesem Dienstag.

Dunkle Wolken am Himmel, Donnergrollen, Graupelkörner, Sturzregen und dazu heftiger Wind: Gegen 15.15 Uhr zeigte das Wetter einen echten April-Charakter statt dem Wonnemonat gerecht zu werden. Zwar kämpfte sich nach wenigen Minuten wieder die Sonne durch die Wolken; zumindest die Sturmböe hatte aber doch einige Spuren hinterlassen, die die Feuerwehr beseitigte.

In einem Fall musste die Feuerwehr Altena dabei auf Nachbarschaftshilfe zurückgreifen: Nicht, weil der Einsatz so umfangreich und personalintensiv war, sondern weil das benötigte Fahrzeug der Altenaer Feuerwehr derzeit zur Wartung beim Hersteller ist. Gegen 15.20 Uhr hatte die Sturmböe am Hemecker Weg einen Baum geknickt; die Krone des Ahorns fiel auf einen am Fahrbahnrand abgestellten Lkw. Diesen Einsatz übernahmen die Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) und die Löschgruppe Rosmart der Freiwilligen Feuerwehr. Um das Ästegewirr der abgebrochenen Krone vom Planenaufbau des Lkw zu beseitigen, brauchte es aber auch eine Drehleiter — diese schickte die Feuerwehr Lüdenscheid als Nachbarschaftshilfe nach Altena. Der Hemecker Weg war während des Einsatzes, der mehr als eineinhalb Stunden dauerte, gesperrt.

Drehleiter derzeit zur Wartung

„Die Altenaer Drehleiter ist jetzt zehn Jahre alt und daher beim Hersteller zur Wartung. Das ist ein Routinevorgang”, erklärte Feuerwehrsprecher Patrick Slatosch auf Nachfrage von LOKALSTIMME.DE die Nachbarschaftshilfe aus Lüdenscheid. Dass die Altenaer Feuerwehr derzeit ohne eigene Drehleiter ist, sei in den Alarmierungsplänen eingearbeitet; bei Einsätzen werde auf die Fahrzeuge der Feuerwehren in Werdohl (für die Altenaer Innenstadt), Lüdenscheid (für Rahmede, Rosmart, Drescheid) oder Hemer (für Dahle, Evingsen) zurückgegriffen; für Nachrodt-Wiblingwerde ist die Feuerwehr Iserlohn in diesem Fall zuständig. Ein Ersatzfahrzeug für die Dauer der Wartung gebe es nicht. Slatosch: „Der Markt dafür ist leergefegt”.

Das Personal der Feuerwache Altena war nur wenige Minuten vor dem Einsatz am Hemecker Weg bereits zur Werdohler Straße ausgerückt. Dort hatte der Wind einen Bauzaun auf die Fahrbahn geweht. „Der Einsatz dauerte nur wenige Minuten — dann stand der Zaun wieder”, berichtet Feuerwehrsprecher Patrick Slatosch.

In Nachrodt Baum komplett entwurzelt

Ein umgestürzter Baum blockierte auch die L 692 (Höhenstraße) zwischen Wiblingwerde und Lüdenscheid und zwar zwischen dem Abzweig Oevenscheid und Großendrescheid. Hierhin rückte die Freiwillige Feuerwehr Wiblingwerde aus, um den Baum zu beseitigen.

Im Bereich Holensiepen, in Höhe des Sportplatzes, blockierte ebenfalls ein umgestürzter Baum die Straße; diesen zu beseitigen übernahm der Löschzug Nachrodt. An der B 236 hatte der Sturm einen Baum komplett mit Wurzeln umgeweht; der letzte Sturmeinsatz führte den Löschzug in die Niemöllerstraße. „Insgesamt waren sechs Fahrzeuge und 20 Einsatzkräfte gut eine Stunde unterwegs”, lautet das Einsatzfazit der Feuerwehr Nachrodt-Wiblingwerde.

Blaues Fass treibt in der Lenne

Vor den Sturmeinsätzen rückte die Feuerwache Altena zu zwei Ölspuren im Stadtgebiet aus: zur Bach- und zur Rahmedestraße. In beiden Fällen übernahm ein Spezialunternehmen aus Olpe die Beseitigung des Ölfilms.

Rätsel gibt derweil noch ein blaues 200-Liter-Fass in der Lenne auf, das in Höhe der Linscheid-Brücke in Altena im Uferbereich gesichtet wurde. Gegen 12.40 Uhr waren Feuerwache, untere Wasserbehörde und Ordnungsamt dorthin gefahren. Da das Behältnis offenbar dicht ist und nichts ausläuft, soll es am Mittwoch von einem Iserlohner Spezialunternehmen geborgen werden, so Feuerwehrsprecher Patrick Slatosch.

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