Altena. Ein Leerstand weniger, dafür ein neues Geschäft für die Altenaer Innenstadt: Am Samstag (8. Mai) hat Christiane Haupt in der Lennestraße 80 ihre „Gaumenfreu(n)de” eröffnet.

„Meine Erwartungen sind um das 1.000-fache übertroffen worden”, sagt die Wahl-Altenaerin und Neu-Einzelhändlerin am Ende ihres ersten Geschäftstags: Der Zuspruch und Andrang waren überwältigend und Christiane Haupt klingt ein bisschen erschöpft, aber in erster Linie überglücklich.

Bis zu einer Stunde Wartezeit nahmen die Kunden am Samstag in Kauf: Schließlich durften wegen der Hygienevorgaben der Corona-Auflagen nicht mehr als drei Kunden gleichzeitig in den Geschäftsräumen sein. Trotz Warteschlange „gab es keine schlechte Stimmung, ganz im Gegenteil”, stellt Christiane Haupt fest. Zu den ersten Kunden gehörten auch Bürgermeister Uwe Kober und Alexander Schmitz als Vorsitzender des Stadtmarketing-Vereins, die der neuen Geschäftsfrau Glückwünsche überbrachten und gutes Gelingen wünschten.

„Alles für den guten Genuss”

Dort, wo einst die Alte Apotheke Arzneien und Medikamente verkaufte, und es zuletzt um Wolle und Handarbeitszubehör ging, hat die Neu-Altenaerin ihr Geschäft mit viel Liebe eingerichtet. In der Hauptsache geht es um Zutaten für Heißgetränke: neun Sorten Kaffee und 63 Sorten Tee. Bei der Auswahl der Kaffeesorten hat sich Christiane Haupt von „einer der zehn besten Barrista Deutschlands” beraten lassen.

Neben Kaffee und Tee verkauft sie Honig, Schokolade, Wein, Öl und Essig. „Alles für einen guten Genuss, um sich etwas Gutes zu tun”, wie sie selbst formuliert.

Mit ihrem Geschäft „Gaumenfreu(n)de” hat sich Christiane Haupt einen Traum verwirklicht. „Ich wollte schon immer meiner Leidenschaft nachgehen und etwas mit Kaffee machen”, erzählt sie. Denn: „Ich liebe den Geruch von Kaffee und den Geschmack von Kaffee aus guten Bohnen”. In mehreren Kaffeeseminaren hat sie sich in die Kunde rund um Kaffeesorten, ‑bohnen und ‑geschmack vertieft.

Schritt in die Selbstständigkeit

Hier in Altena hat Christiane Haupt, auch mit Unterstützung durch das städtische Förderprogramm, den Schritt in die Selbstständigkeit als Einzelhändlerin gewagt. Und weil der Stadt auch ein Teeladen fehlt, hat sie sich auf der Deutschen liebste Heißgetränke, Kaffee und Tee, verlegt.

Dass Altena ein schwieriges Pflaster für den Einzelhandel ist, ist ihr bei der Geschäftsgründung sehr wohl bewusst. Aber sie wirft den Blick nicht in die Vergangenheit, in der in der Burgstadt erst der Branchenmix verloren ging und dann immer mehr Geschäfte in der Einkaufszone geschlossen haben. „Mein Mann und ich leben jetzt seit eineinhalb Jahren in Altena. Wir sind so vielen netten Menschen begegnet und wir mögen die Stadt”, sagt Christiane Haupt und blickt nach vorne: Sie setzt auf die Altenaer, die als Kunden nicht den Onlinehandel suchen oder in andere Städte zum Einkaufen fahren.

Die „Gaumenfreu(n)de” sind dienstags bis freitags von 10.30 bis 12.30 Uhr und von 15 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Montags ist Ruhetag.

Fotos: Björn Braun

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