Altena. Es soll ein Signal sein, das „von Altena aus ins Land und an die Politik geht”: gegen die Vereinsamung von Menschen und für Öffnungen in der Gastronomie — trotz, oder gerade wegen Corona.

Dieses Signal soll „Menschen auch in anderen Städten motivieren, unserem Beispiel zu folgen und auch einen Sitzprotest zu organisieren, um für Aufmerksamkeit zu sorgen”, so Christian Haupt, die die Protestaktion am Samstag entlang der Lenneuferpromenade in Altena (wir berichteten) mit organisiert und bei Polizei und Ordnungsamt angemeldet hat. Das Anliegen der privaten Initiative fasst sie so zusammen: „Wir wollen mit, nicht gegen Corona leben.” Dabei ist den Aktivisten besonders wichtig, dass das Leben nicht zu sehr eingeschränkt wird, worunter insbesondere ältere Menschen leiden, weil ihnen die Kontakte und Treffmöglichkeiten fehlten.

„Wir sind keine Corona-Leugner oder Querdenker”, erklärt Christiane Haupt und grenzt sich von diesen Gruppierungen deutlich ab. Deshalb habe der Aufruf zu dem Sitzprotest auch nur über private Kontakte stattgefunden und nicht öffentlich. 49 Teilnehmer, „im Alter von 2 bis 80 Jahren”, hatten sich am Samstagnachmittag eingefunden nahmen auf Stühlen entlang der Lenneuferpromenade Platz; ihren stillen Protest hatten sie teilweise mit Schlagworten auf Plakate geschrieben. Die Polizei war mit zwei Streifenwagen vor Ort; auch das städtische Ordnungsamt beobachtete die Veranstaltung, die komplett friedlich verlief.

„Cafés sind soziale Begegnungsstätten”

Von Polizei und Ordnungsamt habe sie viel Zustimmung für die Aktion bekommen, erklärte Christiane Haupt im Gespräch mit LOKALSTIMME.DE: „Die sehen das genauso wie wir: Mit einer Öffnung der Gastronomie ließen sich viele Probleme entzerren”. Also weniger Treffen im privaten oder öffentlichen Raum, womöglich noch unter Missachtung der Abstands- und Hygieneregeln. Demgegenüber habe die Gastronomie „funktionierende Hygienekonzepte”.

Gastronomische Betriebe — Cafés, Restaurants, Kneipen — geschlossen zu lassen sei daher unlogisch. Zumal sie eben auch „soziale Begegnungsstätten sind”, wie Christiane Haupt herausstellt. Aus der Beobachtung, dass gerade ältere Menschen in der aktuellen Situation zunehmend vereinsamen, sei die Idee zu der Protestaktion auch entstanden, denn: Sich auf einen Kaffee oder ein Eis in einem Café zu verabreden und miteinander ins Gespräch zu kommen sei bereits seit Monaten nicht möglich.

Fotos: Björn Braun

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