Altena. Viel Wasser war am Freitag (29. Januar) in der Stadt unterwegs: Stellenweise auch dort, wo es eigentlich nicht herfließen sollte. Die Lenneuferstraße dürfte allerdings weitgehend von Hochwasser verschont bleiben — trotz kräftig angestiegenem Lenne-Pegel.

+++ Update, Samstag, 30. Januar, 17.45 Uhr +++:
Der Pegel-Höchststand ist vorläufig erreicht und überschritten; die Lenne zieht sich wieder in ihr Bett zurück. Mit 2,24 Meter hatte der Pegel am frühen Samstagmorgen seinen höchsten Stand erreicht. Seit dem sinkt der Wasserstand kontinuierlich und geht auf die 2,10 Meter zu. Damit ist die Lenneuferstraße von einer Überflutung verschont geblieben. Am späten Freitagabend hatten sich Mitarbeiter des städtischen Bauhofs noch vor Ort an der oberen Lenneterrasse ein Bild verschafft. Auch die Pegel am Lenneoberlauf, wie in Finnentrop und Lennestadt, gehen zurück.

Erstbericht, Freitag, 29. Januar:
Bei 2,18 Meter pendelte sich der Lenne-Pegel am Abend in Altena zunächst ein, nachdem er seit der Nacht zu Freitag kontinuierlich angestiegen war; um 15 Uhr war der offizielle Warnwert von 1,90 Meter überschritten. Zum Vergleich: Der mittlere, also übers Jahr durchschnittliche Wasserstand liegt bei ca. 0,78 Metern. Ab ca. 2,25 Meter wird die Lenneuferstraße an der tiefsten Stelle, kurz hinter der oberen Lenneterrasse, überspült. Am Abend drückte das Lennewasser durch die Abläufe auf die Fahrbahn. „Die Überschwemmung der Straße beginnt nicht erst mit Übertritt des Wassers über die Mauerkrone an der Lenneuferstraße, sondern drückt bereits vorher durch die Kanäle nach oben”, warnte auch die Stadt.

Die Stadt hatte bereits am Vormittag eine Hochwasserwarnung herausgegeben: „Die Anlieger der Lenneuferstraße und Lennestraße werden gebeten, ihre Fahrzeuge nicht dort abzustellen, bis sich die Hochwasserlage wieder entspannt hat”. Teile der Parkflächen an der oberen Lenneterrasse waren vorsorglich abgesperrt.

Tauwetter mit Schneeschmelze und die kräftigen Regenschauer der vergangenen 24 Stunden haben für das Anschwellen der Lenne gesorgt. „Der Scheitelpunkt dürfte in der Nacht zu Samstag erreicht sein”, erklärte Uwe Jansen vom Hochwasserwarndienst der Bezirksregierung Arnsberg gegenüber LOKALSTIMME.DE. Danach dürfte der Pegel wieder fallen, denn: „Nennenswerte Niederschläge sind bis Dienstag nicht zu erwarten”, sagte der Hochwasserexperte. Da es zudem wieder kälter werden soll und in den Hochlagen des Sauerlands wieder mit Frost gerechnet werden müsste, werde auch „das Tauwetter ausgebremst”. Beides führe dazu, dass sich die Hochwassersituation entspannt.

Die Lenneuferstraße dürfte daher nach Einschätzung des Hochwasserwarndienstes weitgehend von Hochwasser verschont bleiben.

Auch durch die Bäche und Siepen, die im Altenaer Stadtgebiet in die Lenne oder ihre Zuflüsse münden, floss reichlich Wasser zu Tal — nicht immer kontrolliert:

  • An der Werdohler Straße/B 236, unterhalb des Lissingsiepen, schoss das Wasser über die Fahrbahn; Autofahrer, die das zu spät bemerkten, erzeugten eine imposante Wasserfontäne beim Durchfahren.
  • Am Nachmittag musste die Feuerwache zum Kindergarten Rahmede am Drescheider Berg ausrücken. Dort war der Durchfluss eines Bachs, „der oberhalb vom Kindergartengebäude in ein Rohr mündet und dann unterirdisch weiterfließt, versperrt”, berichtete Feuerwehrsprecher Patrick Slatosch. Die Folge: Das Wasser suchte sich einen neuen Weg, floss über den Spielplatz und riss dabei Sand aus dem Sandkasten und Mulch unter den Spielgeräten mit. Die Feuerwehr befreite den Durchlauf von Ästen, Laub und kleinen Steinen, die das Wasser mitgerissen hatte und die den Durchlauf versperrten.
  • Auch aus der Mühlenrahmede und an der Hagener Straße/Ortsausgang Richtung Nachrodt wurde teils überspülte Fahrbahnen gemeldet.

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