Altena. Drei konkrete Bauprojekte von Investoren in Altena, darunter eine fast ein Hektar große Photovoltaikanlage in Evingsen,  und eine mögliche Erweiterung des Gewerbeparks Rosmart haben im Stadtplanungsausschuss am Montag (25. Januar) eine erste Hürde genommen.

Stadtplaner Roland Balkenhol stellte für die Verwaltung dem Gremium die einzelnen Vorhaben vor, die noch nicht beschlossen worden sind, für deren Umsetzung aber erste Voraussetzungen im Planungs- oder Baurecht geschaffen wurden. Betroffen sind die Ortsteile Evingsen, Großendrescheid, Linscheid und Rosmart.

  • In Evingsen plant das Fürther Unternehmen „SunShine Energy“ unterhalb des Löttringsen eine Solaranlage. Für die Module der Anlage, die aus dem Licht der Sonne Strom produzieren, ist eine etwa ein Hektar (10.000 Quadratmeter) große „beschattungsfreie Fläche“ notwendig; die ausgeguckte Fläche liegt am Rande des Löttringsen in Richtung Springen/Nette, unterhalb des Hofes Brepols, umsäumt von Baumreihen. Die genaue Flurbezeichnung: Lilien Hagen. „Vom eigentlich Dorf her dürfte die Anlage gar nicht so ins Auge fallen“, mutmaßt Stadtplaner Roland Balkenhol. Der Ausschuss für Stadtentwicklung empfiehlt dem Rat die Einleitung der Flächennutzungsplanänderung; detaillierte Pläne für den Bau müssen noch vorgelegt werden.
Auf einer von Bäumen umsäumten Freifläche am Rande des Löttringsen soll in Evingsen eine Solaranlage entstehen.
  • Am Großendrescheid möchte der Gasthof Spelsberg seinen Betrieb erweitern: Geplant ist der Bau von sechs Ferienhäuschen als „kleines Erholungsdorf“, wie es der Familienbetrieb selbst beschreibt. Die sechs kleinen Häuser sollen auf einer Fläche von rund 5.300 Quadratmetern entstehen, die unterhalb des jetzigen Gasthofs liegen und derzeit noch Wiese sind. „Die Erschließung der Ferienhäuser ist als Fußweg konzipiert, der nur im Bedarfsfall mit Fahrzeugen befahren werden soll“, heißt es weiter im Antrag. Geplant sind zwei verschiedene Haustypen mit 77 oder 145 Quadratmetern Fläche; die Firsthöhe beträgt bei beiden Varianten jeweils maximal sieben Meter. „Die geplante Betriebserweiterung als Erholungsdorf ist bedarfsgerecht und dient dem Unternehmen sich nachhaltig betriebswirtschaftlich zu entwickeln und dabei vorhandene Arbeitsplatzstrukturen zu erhalten und oder sogar noch auszubauen“, erklärt das Familienunternehmen ihr Projekt. Bislang verfügt das Unternehmen über ein Gästehaus mit zehn Hotelzimmern (max. 24 Betten), ein Apartmenthaus mit sechs Wohneinheiten (für Feriengäste oder Dauermieter mit max. zwölf Betten), einen Schäferwagen mit einer Wohneinheit (ein Doppelbett) und ein kleines Apartmenthaus mit zwei Wohneinheiten (max. fünf Betten). Der Ausschuss stimmte dem Einleiten des Verfahrens, um zum Baurecht zu kommen, zu; dazu muss der Flächennutzungsplan in dem Bereich geändert werden.
  • Auf dem Gelände des ehemaligen Freibads Linscheid, das die Stadt geschlossen hat und dessen Anlagen seit fast zwei Jahrzehnten verfallen, will ein Investor (La Vida Projekt) aus Ochtrup im Münsterland ein Altenwohn- und ‑pflegeheim mit ca. 80 stationären Plätzen bauen. Auf dem Gelände — etwa dort, wo früher das Planschbecken war — soll zudem ein Parkplatz mit 43 Stellplätzen entstehen und im Zuge der Tiefbauarbeiten soll der Linscheider Bach freigelegt werden. Der Investor hat seine Pläne konkretisiert; sie werden jetzt zur öffentlichen Beteiligung ausgelegt.
  • Der Märkische Gewerbepark Rosmart der drei Städte Altena, Lüdenscheid und Werdohl soll – in einer ersten Stufe – um rund elf Hektar (110.000 Quadratmeter) erweitert werden. Die Fläche liegt zum größten Teil (zehn Hektar) auf Altenaer Gebiet und erstreckt sich südlich der Firma Märkische Nieten bis zur Lüdenscheider Ortslage Brunscheid. Eine Machbarkeitsstudie soll jetzt genauer ermitteln, wie hoch die Erschließungskosten (Zuwegung) sind, oder wie Stadtplaner Balkenhol formulierte: „Wie viel Erde muss bewegt werden“. Erst danach ließe sich Klarheit über die möglichen Grundstückspreise, die verlangt werden müssten, erzielen. Alle Parteien stimmten dem zu; für die CDU ein Projekt, das „wichtig ist, um Arbeitsplätze hier zu erhalten, und für die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt“, wie Thorsten Müller sagte. Mit „den Belangen des Umweltschutzes” sei das Vorhaben der Änderung des Flächennutzungsplan vereinbar, stellt die Stadtverwaltung fest.

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