Altena. Bekommt die Burgstadt neue Feuerwehrgerätehäuser aus Holz? Die Idee brachte jedenfalls NRW-Kommunalministerin Ina Scharrenbach auf Nachfrage von LOKALSTIMME.DE bei ihrem Besuch in Altena in die Diskussion.

Die Zeit drängt. Jedenfalls mit Blick auf das Feuerwehrgerätehaus in Zum Hohle. Nach unseren Informationen läuft der Mietvertrag für die Unterkunft der Löschgruppe Rahmedetal und ihrer Fahrzeuge Ende 2021 aus. Das Gerätehaus ganz im Süden von Altena muss, genau wie die Häuser der Löschgruppen Evingsen (Zur Roleye) und Drescheid (Großendrescheid), ersetzt werden. Das sieht der aktuelle Brandschutzbedarfsplan vor, denn die Unterkünfte entsprechen nicht mehr den Vorgaben: Die Fahrzeughallen sind zu klein für die heutigen Fahrzeuggrößen oder es gibt nicht ausreichend Platz für getrennte Bereiche von Feuerwehrfrauen und -männern.

Garagen für drei Fahrzeuge und einen Anhänger

Die Löschgruppe Rahmedetal braucht ein neues Zuhause. Foto: Feuerwehr Altena

In Zum Hohle kommt jetzt der auslaufende Mietvertrag hinzu. Dort sind drei Fahrzeuge und ein Anhänger (Funktechnik) der 1994 aus den ehemaligen Löschgruppen Rahmede, Mühlenrahmede und dem Fernmeldezug entstandenen Einheit Rahmedetal stationiert.

In der Situation wie Altena befinden sich etliche Kommunen in Nordrhein-Westfalen: Unterkünfte für die Freiwillige Feuerwehr müssen neu oder wenigstens umgebaut werden, aber die städtischen Kassen sind leer. Wo hilft da das Land? Das war die Frage an die NRW-Kommunalministerin.

Förderprogramm kommt für Altena nicht in Frage

Ina Scharrenbach verwies einerseits auf ein Sonderprogramm der Landesregierung: Dorferneuerung 2021. Darin stehen drei Millionen Euro für Erhalt und Neubau von Feuerwehrgerätehäusern bereit. Allerdings nur für Kleinstädte mit bis zu 10.000 Einwohnern. Zwar ist Altena in den zurückliegenden Jahren stark geschrumpft, liegt mit knapp 17.000 Einwohnern (Stand Ende 2019) aber deutlich außerhalb dieser Förderrichtlinie.

„In Wittgenstein gibt es ein Projekt, das Feuerwehrhaus aus Holz zu bauen“, erklärt die Ministerin weiter und setzt offenbar auf diesen Trend. „Es liegt so viel Schadholz in unseren Wäldern“, zeigt Ina Scharrenbach auf: Fichtenholz von Bäumen, die vom Borkenkäfer befallen waren. „Die Bäume mussten gefällt werden, aber das Holz ist einwandfrei“, so die Ministerin für Heimat, Kommunales und Bauen. Sie verfolgt die Idee, das Holz vor der Haustür im Bau vor Ort einzusetzen.

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, hat mit CDU Bürgermeisterkandidat Uwe Kober die Möglichkeit besprochen, Feuerwehrgerätehäuser aus Holz zu bauen. Foto: Björn Braun

Warum also dann nicht auch für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses? Zumal bauen mit Holz nachhaltig sei. In einem Ortsteil von Bad Berleburg im Kreis Siegen-Wittgenstein werde genau das gerade umgesetzt: eine Fahrzeughalle für die Freiwillige Feuerwehr in Holzbauweise.

Uwe Kober, Bürgermeisterkandidat der CDU Altena, Mitglied im Arbeitskreis Brandschutzbedarfsplan des Altenaer Stadtrats und bei der Freiwilligen Feuerwehr nahm die Idee interessiert auf. Allerdings müsse im Rahmedetal zunächst die Grundstücksfrage für einen Neubau geklärt werden, so Uwe Kober.

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