Der Wahlbezirk: Viel Spott für langsamen Brückenschlag

Der 5. Wahlbezirk hat keine einheitliche Struktur: Er umfasst den Bahnhofsbereich, das Behördenviertel, die untere Innenstadt und die untere Nette. Es ist vielleicht der Wahlbezirk, in dem sich viel verändert hat, aktuell am meisten verändert und der daher im Fokus steht: Das Berufskolleg des Märkischen Kreises ist abgerissen; dort soll bald Baustart für ein neues Kreisarchiv sein. Hinter dem Bahnhofsgelände haben die Bauarbeiten für den neuen Lennepark begonnen; auch am Brückenschlag zur anderen Lenneseite wird noch gearbeitet: nämlich an der Fußgängerbrücke, die einfach nicht fertig werden will und die der Stadtverwaltung in den vergangenen Monaten viel Hohn und Spott eingebracht hat. Die Probleme der Einkaufszone mit viel Leerstand beginnen schon am Eingang zur Fußgängerzone und die Tage der Feuerwache an der Bachstraße dürften gezählt sein. Mit der Talstation des Burgaufzugs und den Lenneterrassen liegen im Wahlbezirk die neusten Aushängeschilder der Stadt. Und Altenas Gymnasium, das Burggymnasium, sowie das Apollo-Kino liegen ebenfalls im Wahlbezirk. Wegen der Corona-Auflagen ist dieses Mal die Burg Holtzbrinck das Wahllokal anstatt des Stadtpavillons (Bürgerservice) am Markaner.  (CMz)

Die Kandidaten:

Wir haben die Kandidaten gefragt: Warum treten Sie bei der Kommunalwahl an? Was möchten Sie für ihren Wahlbezirk erreichen und was ist Ihr Anliegen für die Stadt Altena insgesamt? Hier die Antworten:

Thorsten Müller, CDU, geb. 1972, Professor

Professor Dr. Thorsten Müller. Foto: CDU Altena

Seit 2017 wohne ich in Altena und fühle mich hier zuhause. Es wundert mich, dass sich die Stadt nicht selbstbewusster mit ihren Stärken präsentiert. Die Wohnqualität ist sehr gut; für Familien und Freizeit wird etwas geboten; die Anbindung an die Autobahn ist in Ordnung. Das bietet die Chance für eine überregionale Vermarktung als Wohnort. Die Grundsteuer und die Kindergartenbeiträge sind aber zu hoch – das würde ich gerne anpacken.
In meinem Wahlkreis setze ich mich für eine Ordnungspartnerschaft ein, damit am Markaner und im Behördenparkhaus keine Angsträume entstehen – Sicherheit für jeden ist eine Selbstverständlichkeit. Die Innenstadt soll durch mehr Gastronomie ein Treffpunkt werden. Leere Geschäfte sollen flexibel als Wohn- oder Gewerberäume genutzt werden können. Ich möchte meine beruflichen und persönlichen Erfahrungen einbringen.

Nina Hoffmann, SPD, geb. 1984, Bauingenieurin

Nina Hoffmann. Foto: SPD Altena

Ich trete bei der Wahl an, um die Zukunft meiner Heimatstadt mitzugestalten, so dass diese nicht nur für neue Familien attraktiv wird, sondern auch alte und junge Altenaer ihren Lebensmittelpunkt hier halten können.
Für meinen Wahlbezirk möchte ich erreichen, dass die Fußgängerbrücke und der Lennepark als Naherholungsgebiet mit großem Spielplatz endlich fertiggestellt werden, die Lärmbelästigung für die Anwohner aber möglichst geringgehalten wird. Wichtig ist auch der Bau der neuen Feuerwache, bei deren Planung die Interessen der Anwohner berücksichtigt werden müssen.
Für mich wichtige Anliegen für unsere Stadt sind die Belebung der Innenstadt zur Versorgung der Grundbedürfnisse von Altenas Senioren sowie die Digitalisierung der Schulstandorte und die Ausstattung von Schülern, aus Familien mit geringem Einkommen, mit Laptops oder Tablets.

Oliver Held, Grüne, geb. 1970, Schulleiter

Oliver Held. Foto: Grüne Altena

Als Fraktionsvorsitzender bin ich in der Ratsarbeit so eine Art Libero. Ich muss mich in vielen Themen auskennen. Mein Wahlbezirk hat eine Reihe von wichtigen Einrichtungen unserer Stadt. Er ist aber auch eine gute Wohnadresse. Dazu trägt unser Spielplatz in der Freiherr-vom-Stein-Straße bei. Er muss für die Zukunft erhalten und abgesichert werden. Im Behördenviertel stört mich der Vandalismus, die Müllproblematik im Behördenparkhaus. Hier brauchen wir mehr Kontrolle.
Daneben liegt mir besonders die städtische Kulturarbeit am Herzen. Ich wünsche mir, dass wir neben den großen Events auch kleinere Open-Air Veranstaltungen anbieten. Vielleicht auch auf der Natursteinbühne im Burghof oder der Bühne am BGA. Ich kann mir Freiluftkino in den Sommermonaten sehr gut vorstellen. In meinem Wahlbezirk im Behördenviertel stört mich der Vandalismus die Müllproblematik im Behördenparkhaus. Hier brauchen wir mehr Kontrolle.

Yvonne Meister, Linke, geb. 1992, Examinierte Altenpflegerin

Yvonne Meister. Foto: Christian Kißler

Die Kandidatin hat auf unsere Fragen leider nicht geantwortet.

Gudrun Fingerhut, SDA, geb. 1960, Diakonin/Rentnerin

Gudrun Fingerhut. Foto: Ulrich Biroth

In Altena leben viele Senioren und Menschen mit Einschränkungen. Es ist deshalb wichtig, dass in den kommenden Jahren die Barrierefreiheit im öffentlichen Leben weiter ausgebaut wird. Es kann in der heutigen Zeit nicht sein, dass das Rathaus der Stadt für Menschen im Rollstuhl oder mit einem Rollator gar nicht oder nur sehr schwer zugänglich ist. Wenn Beratungen von den Sachbearbeitern auf offenen Straße vor dem Rathaus oder auf dem Flur, wie meine eigene Erfahrung zeigt, stattfinden, muss sich dies ändern. Wir haben ein Bürgerbüro am Markaner, das auch für alle Menschen gut erreichbar ist, nur können die Sachbearbeiter aus dem Rathaus hier keine Termine vereinbaren, da hier der Datenschutz bei sensiblen Gesprächen nicht gewährleistet ist. Eine weitere Möglichkeit, die Innenstadt auch für Senioren und Menschen mit Handicaps interessanter zu machen, wären „Hilfeklingeln“, Handläufe an Treppen oder mobile Rampen an den Geschäften.

Sascha Kebernik, FDP, geb. 1970, Maschinenbauer

Sascha Kebernik. Foto: privat

Für den Wahlbezirk 5 tritt Sascha Kebernik für die FDP an. Der 50-Jährige wohnt in der Innenstadt.
Sascha Kebernik ist auch durch sein Hobby – die Fotografie — in Altena gut vernetzt; er möchte sich dafür einsetzen, dass die Verwaltung durch Digitalisierung nach vorne kommt. Ebenso ist die Fortführung der Innenstadtentwicklung ein wichtiges Thema. Für ihn ist aber auch klar, dass eine Konzentration auf die Innenstadt für die Satelliten schädlich ist, daher möchte er die Verbindung zwischen Innenstadt und Satelliten fördern.

Straßenverzeichnis:

Wahlbezirk 050 – Burg Holtzbrinck (statt Stadtpavillon), Kirchstraße: Am Markaner 1; Bachstraße 2 – 105; Bahnhofstraße neu: nur 3 – 72; Bismarckstraße 3 – 36; Burgweg 1 – 17; Eggestraße 4 – 22; Freiherr-Vom-Stein-Straße 1 – 38; Gerichtsstraße 1 – 17; Grabenstraße 1 – 29; Hardenbergstraße 1 – 10; Hinterm Bach 3 – 10; Kicküm 1- 3; Klusenstraße 2 – 50a; Kronenstraße 2 – 19; Lennestraße 2 – 93; Nalshof 1 – 23 und Nettestraße 4 – 20

Hier finden Sie die weiteren Wahlbezirke.

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