Altena-Dahle. Luxus für die Hände: Mit diesem Slogan wirbt das Unternehmen Selter aus Altena-Dahle für seine Strick- und Häkelnadeln, die es unter der Marke „Addi“ in alle Welt liefert. Was hinter der Erfolgsgeschichte steht und wie die Nadeln produziert werden, erfuhr jetzt eine Delegation der CDU.

Politik trifft auf Wirtschaft: Im Zuge des Kommunalwahlkampfs stattete eine Delegation der Altenaer und der märkischen CDU dem Strick- und Häkelnadelspezialisten einen Besuch ab. An der Spitze: Altenas CDU-Bürgermeisterkandidat Uwe Kober und der CDU-Kandidat für das Amt des märkischen Landrats, der Balver Marco Voge. Letzterer ist seit der vergangenen Landtagswahl 2017 Abgeordneter im Düsseldorfer Landtag für den Wahlkreis Märkischer Kreis II (Hemer/Menden/Balve/Neuenrade/Plettenberg) und im Endspurt des Kommunalwahlkampfs derzeit auf Vorstellungstour durch die übrigen Städte und Gemeinden des Märkischen Kreises.

Konkurrenz produziert in Mexiko und Indien

Täglich 45.000 Nadeln werden bei Selter in Dahle hergestellt; 1300 Artikel umfasst der Katalog des Unternehmens – viele der Arbeitsschritte bis etwa zu einer fertigen Rundstricknadel werden in Handarbeit ausgeführt. Zu 80 Prozent von Frauen. Für ein vergleichsweise niedriges Lohnniveau. „Wir betreiben kein Lohndumping, aber mit den Löhnen in anderen Branchen der Metallverarbeitung können wir nicht mithalten“, gibt Geschäftsführerin Claudia Malcus offen zu, denn: Die Konkurrenz im Markt der Strick- und Häkelnadeln produziert in Mexiko, Indien und selbst noch im aufstrebenden China zu noch geringeren Lohnkosten. Selter kann im Wettbewerb erfolgreich mit der Qualität seiner Nadeln punkten, deshalb auch der Slogan: Luxus für die Hände.

Kaum Fluktuation bei Mitarbeitern

Trotz der vergleichsweise geringeren Bezahlung gibt es kaum Fluktuation bei den aktuell rund 130 Beschäftigten von Selter; im nächsten Jahr können sogar 40- und 45-jährige Betriebszugehörigkeiten gefeiert werden. „Wir versuchen bei anderen Dingen zu punkten, etwa bei der Gesundheitsförderung oder mit einer persönlichen Atmosphäre“, sagt Claudia Malcus. Und dass das keine leere Behauptung ist, zeigt sich beim Rundgang durch die Produktion: Jede Mitarbeiterin, jeden Mitarbeiter entlang des Weges durch die beiden Werke an der Dahler Hauptstraße spricht die Chefin mit Namen an.

Im internationalen Wettbewerb hat Selter mit seiner Marke „Addi“ sich seinen festen Platz erarbeitet: 70 Prozent der Gesamtproduktion gehen in den Export, erfahren die CDU-Politiker von Claudia Malcus und Co-Geschäftsführer Torsten Schneider. Und auch, dass die Kunden häufig die beste Innovations- und Entwicklungsabteilung sind: „Ideen für Neuheiten oder Verbesserungen kommen häufig von unseren Kunden“, erzählt Claudia Malcus und nennt als Beispiel die „viereckige Rundstricknadel mit abgerundeten Kanten“, die aktuell mit zu den Exportschlagern gehört.

Schnelles Internet wichtig im Wettbewerb

Es gibt aber durchaus Anliegen, Verbesserungen am Standort des Unternehmens, die Malcus und Schneider den Kommunalpolitikern mit auf den Weg geben. Sie beklagen den schlechten und schleppenden Breitbandausbau; dabei sei schnelles Internet in Zeiten der Digitalisierung und der Globalisierung ein wichtiger Faktor im Wettbewerb. Oder die aus ihrer Sicht schlechten Verbindungen und Taktungen im öffentlichen Nahverkehr: Bisweilen organisiere der Betrieb die Fahrten für Beschäftigte oder Auszubildende aus Nachbarstädten, weil die Busverbindung über Altena und nach Dahle so schlecht seien.

Begleitet wurden die Kandidaten Kober und Voge vom CDU-Kreisvorsitzenden Thorsten Schick (Iserlohn), der stellvertretenden Vorsitzenden der Ortsunion, Sonja Reckschmidt, und den beiden Dahler CDU-Bewerbern für den Stadtrat, Ortsvorsteher Helmar Roder und Markus Höck.

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