Altena-Dahle. Ein Banner, das Motorradfahrer zu einem verantwortungsbewussten Fahrstil auffordert, alleine reiche nicht aus: Es müsse mehr geschehen, um dem Aufruf zum Erfolg zu verhelfen, meint der Ortsvorsteher von Dahle, Helmar Roder (CDU), mit Blick auf den Motorradlärm, der vom Kohlberg ausgeht. Der Klub Motorradfreunde Sauerland hat sich derweil selbst ein Bild von der kurvenreichen Waldstrecke gemacht.

„Leis ist kein Scheiß“: Unter diesem Motto hat jetzt Uwe Hoh von den Motoradfreunden Sauerland dem Ortsvorsteher von Dahle, Helmar Roder, ein Banner überreicht; Sponsor des Banners ist die ortsansässige Fahrschule Busse.

„Gibt viele Egoisten“

Roder bedankt sich sehr für die nette Geste, hat aber nach eigenen Angaben „große Zweifel, dass jemand auf Grund des Banners seine Fahrweise ändert. Leider gibt es sehr viele Egoisten, die nur an ihren Fahrspaß denken und keinerlei Rücksicht auf die Anwohner nehmen. Jeder Motoradfahrer hat es schließlich in der rechten Hand, wie laut sein Motorrad ist.“

Natürlich seien es nur wenige, die extrem laut fahren, oder gar den Kohlberg mit einer
Rennstrecke verwechselten, „aber es sind leider viel zu viele“, fällt Roders Urteil aus.

Lärm vor Ort angehört

Der Ortsvorsteher bedankt sich ausdrücklich bei der Polizei und dem Altenaer Ordnungsamt, die verstärkt Kontrollen am Kohlberg durchführten. Roder: „Es kann und darf nicht sein, dass Anwohner von einigen Fahrern so belästigt werden, dass sie am Wochenende nicht mehr im Garten sitzen können. Es muss noch viel mehr geschehen, damit die Aktion zum Erfolg führt.“

Der Verein Motorradfreunde Sauerland – Vereinsmotto: „Fahren mit Verstand“ – ist inzwischen selbst aktiv geworden und hat sich an der Strecke zwischen Altena-Dahle und Neuenrade einen Eindruck verschafft: „Am Samstag, 11. Juli 2020, haben sich zwei Vereinsmitglieder am Kohlberg getroffen, um sich vor Ort die Lärmproblematik anzuhören“, schreibt der Klub auf seiner Facebookseite.

„Deutlich wahrnehmbare Fehlzündungen“

In der Zeit von 15.45 bis 17.45 Uhr befuhren demnach 53 Motorräder den Kohlberg; eine Gruppe von vier bis sechs Fahrern, auch aus umliegenden Kreisen, fuhren mit ihren Kleinkrafträdern (125ccm) etwa 20-mal die Strecke hoch und runter. „Als die Gruppe unsere Mitglieder bemerkten, wurde die Frequenz deutlich geringer“, stellten die Motorradfreunde fest. Eine weitere Gruppe, bestehend aus drei Motorrädern, habe bei jeder Auf- und Abfahrt „sukzessiv die Geschwindigkeit gesteigert, und man hatte letzten Endes das Gefühl, eines kleinen Rennens“. Einer der Fahrer, mit Dortmunder Kennzeichen, müsse zudem ein Bauteil an seiner Maschine verloren haben, was das Motorrad „mehr als nur sehr laut“ gemacht habe und zu „deutlich wahrnehmbaren Fehlzündungen“ geführt habe.

Drei weitere Banner vorgesehen

„Ein Großteil der Motorradfahrer fuhr absolut vernünftig, mit einer ruhigen rechten Hand, auch das muss mal deutlich erwähnt werden“, stellen die Motorradfreunde fest.

Trotz der Skepsis von Dahles Ortsvorsteher Roder will der Verein seine Banner-Aktion wohl fortsetzen. Drei weitere Sponsoren seien bereits gefunden; die Banner sollen an der Möhne, an der Kreisstraße 3 in Halver (Ortslage Anschlag) und ein weiteres am Kohlberg (L 698) aufgehängt werden.

Ortsvorsteher Helmar Roder neben dem Banner, das unmittelbar neben der Kreuzung Ehrenmal-/Neuenrader Straße hängt. Foto: privat
Ortsvorsteher Helmar Roder neben dem Banner, das unmittelbar neben der Kreuzung Ehrenmal-/Neuenrader Straße hängt. Foto: privat

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