Altena. Mehr Zustimmung und mehr Einigkeit geht nicht: Ohne Gegenstimme und ohne Enthaltung hat die CDU Altena am Mittwoch (17. Juni) sowohl Uwe Kober offiziell zu ihrem Bürgermeisterkandidaten gewählt als auch die Wahlkreisbewerber und die Reserveliste für die Kommunalwahl im September beschlossen. Auf Platz 1 der Liste steht Helmar Roder: Ein Signal, dass der Dahler Ortsvorsteher wohl als Chef der künftigen CDU-Ratsfraktion vorgesehen ist.

17. Juni: bis zur Wiedervereinigung der „Tag der Deutschen Einheit“. Wenn es keine Bequemlichkeit war, einfach den Wahlvorschlägen des Vorstands zu folgen, dann zeigte die CDU Altena am 17. Juni 2020 eindrucksvoll ihre Einigkeit und demonstrierte eine erstaunliche Geschlossenheit. In allen Wahlgängen gab es 100 Prozent Zustimmung. Nur Ja-Stimmen: für den Bürgermeisterkandidaten, für alle 16 Direktkandidaten und ihre Ersatzleute sowie für die Reserveliste. „Ihr habt es mir wirklich einfach gemacht“, dankte am Ende eines denkwürdigen Abends der Abstimmungen in der Dahler Schützenhalle die frühere CDU-Stadtverbandsvorsitzende und ehemalige Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser, die die Versammlung geleitet hatte.

„Uwe Kober kann die Nachfolge würdig antreten”

Vorschusslorbeeren gibt es für Uwe Kober, den bisherigen Fraktionschef der Union im Altenaer Stadtrat, schon vor der Abstimmung. Etwa von Thorsten Schick (Iserlohn), dem CDU-Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten. Die CDU Altena sei „eine der erfolgreichsten“ Stadtverbände, urteilt Schick und lobt den scheidenden Bürgermeister Andreas Hollstein und die bisherige Ratsarbeit der CDU. Andreas Hollstein hinterlasse nach zwei Jahrzehnten „große Fußstapfen, aber Uwe Kober hat bewiesen: Er kann die Nachfolge würdig antreten“, sagt Schick. Und Helmar Roder leitet den Vorschlag des Vorstands („Es hat mehrere Bewerbungen gegeben“) so her: Der Kandidat müsse die Stadt gut kennen, über Mitgliedschaften gut vernetzt sein, politische Erfahrung mitbringen, mit Geld umgehen und eine Verwaltung führen können. Dies alles treffe auf Uwe Kober (54), Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, Kompaniechef in der Schützengesellschaft, seit 2009 stellvertretender ab 2017 CDU-Fraktionschef im Stadtrat und Leiter des Immobilien-Centers der heimischen Sparkasse zu.

„Wer meckert, sind meist die Altenaer selber”

„Eigentlich habt ihr mir meine Bewerbungsrede vorweg genommen“, scherzt der so Gelobte in Richtung seiner Vorredner, um sich dann doch vorzustellen und dabei von Anfang an seine Zugehörigkeit zur CDU und den Zusammenhalt in der Altenaer Partei zu beschwören: „Ich kenne euch alle, wir arbeiten seit Jahrzehnten zusammen, ich bin stolz, bei euch zu sein“, stellt Uwe Kober heraus. Zusammen weiterarbeiten für die Stadt wird sein Thema der Bewerbungsrede, zu der Kober zwar hemdsärmelig – weißes Kurzarmhemd, dunkle Hose, keine Krawatte, kein Sakko – antritt, ohne anbiedernd zu werden.

Uwe Kober dankt zunächst dem, den er im Herbst politisch beerben will — Bürgermeister Andreas Hollstein: „Wir haben gemeinsam vieles erreicht“. Die Stadt sei gut aufgestellt: bei den Schulen, mit dem Gewerbepark Rosmart, bei den Kindergärten („Wir haben viele gute Träger und das soll auch so bleiben“) und ohne Corona-Pandemie hätten sich auch die städtischen Finanzen weiter besser entwickelt. „Besucher finden Altena schön. Wer meckert, sind meistens die Altenaer selber“, wirbt Kober für einen anderen Blick auf die Stadt.

Für den Lenneradweg und die IC-Anbindung

Wir wissen aber auch, wo unsere Probleme sind“, stellt Kober fest und bezieht die anderen Bürgermeisterbewerber mit ein: „Viele der Forderungen werden sich wohl wiederholen“. Wie schon Grünen-Kandidatin Katharina Hübenthal und der unabhängige Bewerber Volker Spitz setzt auch der CDU-Mann Kober auf den Lenneradweg. Kober fordert aber auch, dass die Stadt und der Bürgerservice „digitaler werden müssen“ und der Umgang mit den Möglichkeiten der Digitalisierung schon im Kindergarten geübt werden soll. Der CDU-Kandidat setzt auf die „IC-Anbindung für Altena: Dann sind es mit dem Zug nur noch 30 Minuten bis Dortmund“; Kober will den Brückenschlag ins Ruhrgebiet, damit die Menschen hier wohnen und dorthin zur Arbeit pendeln können, denn: „Die Immobilienpreise in Dortmund sind viel höher als in Altena“.

Die Herstellung des Lenneparks, die Entwicklung der Industriebrache am Schwarzenstein, die Umsetzung des Brandschutzbedarfsplans zählt Kober als wichtige Aufgaben auf – die „nur gemeinsam mit euch und mit den anderen Ratsfraktionen zu bewältigen sind. Ich verspreche, mit Herz und Seele dafür zu arbeiten“, ruft Kober den 39 Delegierten zu.

Die ersten 100 Prozent des Abends

Für seine Rede kassiert Kober langen und kräftigen Beifall — und bei der anschließenden geheimen Wahl die ersten 100 Prozent Zustimmung des Abends: „39 abgegebene Stimmen, 39 gültige Stimmen, keine Nein-Stimme, keine Enthaltung, 39 Ja-Stimmen“, verkündet Chistel Voßbeck-Kayser als Wahlergebnis. Den Strauß Blumen, den Uwe Kober überreicht bekommt, gibt er gleich weiter: an seine Ehefrau, die die Abstimmung in der Schützenhalle mitverfolgt hat.

Von 16 Wahlkreisbewerbern lediglich drei Frauen

100 Prozent Zustimmung gibt es auch für die 16 Wahlkreisbewerber, mit denen die CDU den Generationswechsel fortsetzt: Mit Uwe Scholz und Thomas Steinigeweg kandidieren zwei Urgesteine aus den Zeiten des Machtwechsels vor 21 Jahren nicht mehr. Auch Björn Uhr, bis vergangenes Jahr noch Stadtverbandsvorsitzender, tritt nicht erneut für ein Ratsmandat an. Einziges Manko: Unter den 16 Direktkandidaten sind lediglich drei Frauen; bei der Reserveliste sind es fünf Frauen bis Platz 20. Gegenstimmen oder Enthaltung gibt es für die Wahlvorschläge dennoch keine.

Landratskandidat stellt sich vor

Von „bombastischen Ergebnissen“, spricht schließlich Marco Voge (Balve), der seit Samstag (13. Juni) Landratskandidat der märkischen CDU ist und sich den Altenaern vorstellt. „Anpacker- und Macher-Qualitäten zeichnen den Sauerländer aus“, sagt Voge und nimmt diese Qualitäten auch für sich in Anspruch: „Ich will für den Märkischen Kreis ackern.“ Voge will den Ausbau beim 5G-Mobilfunk-Standard vorantreiben und die Funklöcher im Kreis schließen und sieht das Strukurförder- und Veranstaltungsprogramm „Regionale“ als Möglichkeit, Fördergelder des Landes in den Kreis zu holen. Der aktuell pauschalen Kritik auch an der deutschen Polizei nach den rassistischen Vorfällen in den USA stellt sich Voge vehement entgegen: „Wir haben hochgradig engagierte und sehr gut ausgebildete Polizisten. Ich stehe zu unserer Polizei im Märkischen Kreis!“

Die Vorstellung des CDU-Wahlprogramms folgt am 25. Juli.

Die Wahlkreisbewerber der CDU:

  1. Wahllokal Generationentreff Knerling: Tobias Röbbecke (Ersatzkandidatin: Violetta Kellner)
  2. Wahllokal Sauerlandhalle: Sonja Reckschmidt (Ersatzkandidatin: Csilla Kober)
  3. Gemeindezentrum Mühlendorf: Alexander Stein (Katja Grass)
  4. Grundschule Mühlendorf: Hanna Freissler (Wolfgang Wilbers)
  5. Stadtpavillon: Thorsten Müller (Michelle Hücking)
  6. 1 Sekundarschule u. 6.2 (bislang) Caritas: Thomas Roberg (Christiane Frebel)
  7. Bürgerzentrum Nettenscheid: Dirk Siebecke (Hendrik Siebecke)
  8. Grundschule Evingsen 1: Andreas Schmale (Nils Radix)
  9. Grundschule Evingsen 2: Jan Radix (Andreas Olbrich)
  10. Grundschule Dahle: Helmar Roder (Karlheinz Kühn)
  11. (bislang) Feuerwehrgerätehaus Dahle: Markus Höck (Tobias Korte)
  12. Burg Holtzbrinck: Caroline Anlauf (Yvonne Sleifir)
  13. Schule am Drescheider Berg: Christian Klimpel (Gudrun Hein)
  14. Grundschule Breitenhagen: Guido Thal (Daniela Simon)
  15. (bisl.) Gemeindehaus Freie ev. Gemeinde Mühlenrahmede: Dennis Montag (Franziska Bayerl)
  16. Hundertwasser-Schule (ehem. Hauptschule Rahmede): Andreas Kern (Kai Spelsberg)

Die Reserveliste der CDU:

  1. Helmar Roder,
  2. Sonja Reckschmidt,
  3. Dirk Siebecke,
  4. Hanna Freissler,
  5. Andreas Kern,
  6. Andreas Schmale,
  7. Guido Thal,
  8. Thorsten Müller,
  9. Markus Höck,
  10. Christian Klimpel,
  11. Thomas Roberg,
  12. Alexander Stein,
  13. Jan Radix,
  14. Caroline Anlauf,
  15. Tobias Röbbecke,
  16. Dennis Montag,
  17. Wolfgang Wilbers,
  18. Kai Spelsberg,
  19. Gudrun Hein,
  20. Daniela Simon, 21. Yvonne Sleifir, 22. Tobias Korte, 23. Karlheinz Kühn, 24. Andreas Olbrich, 25. Nils Radix, 26. Hendrik Siebecke, 27. Christiane Frebel, 28. Michelle Hücking, 29. Katja Grass, 30. Csilla Kober, 31. Violetta Kellner und 32. Franziska Bayerl.

Fotos: Björn Braun

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