Altena. 464 Kindergartenplätze, davon 76 für unter Dreijährige (U-3-Plätze), und 65 Betreuungsplätze bei Tagesmüttern kann die Stadt Altena aktuell vorweisen. Diese Zahlen stellte Abteilungsleiterin Agnes Goniwiecha aus dem Rathaus jetzt dem Jugendhilfeausschuss vor.

Aus der Erhebung und dem Abgleich der Kindergarten- und Betreuungsplätze mit den Geburtenzahlen der vergangenen Jahre und einer Prognose für die Zukunft: Daraus leitet die Stadtverwaltung die Kindergartenbedarfsplanung ab, die jetzt dem Jugendhilfeausschuss des Stadtrats vorgelegt wurde.

Daraus ergibt sich, dass die Einrichtung einer Waldgruppe, angedockt an den Kindergarten Knerling, geholfen hat, die Nachfrage an Kindergartenplätzen zu decken. Das Zahlenwerk zeigt aber auch: „In der Innenstadt ist die Nachfrage nach Plätzen höher als das Angebot“, so Agnes Goniwiecha. Demgegenüber sind im Bereich Dahle, Evingsen und Nettenscheid 14 Plätze in den drei Einrichtungen nicht belegt.

Geburtenrate über der Prognose und dem Durchschnitt

Um die Nachfrage insgesamt decken zu können, wartet die Stadt jetzt darauf, dass am Kindergarten Rahmede (Drescheider Berg) eine dritte Gruppe eingerichtet wird. Außerdem hat der Landschaftsverband zugestimmt, dass am Kindergarten Dahle eine „provisorische Gruppe mit zwölf Plätzen“ bis Juli 2022 betrieben werden darf.

Nicht allen Eltern mit Kindern, die einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz haben, könne die Stadt aktuell auch einen Platz anbieten. Allerdings sei mit allen Eltern, die noch nicht versorgt worden sind, gesprochen worden: „Die meisten möchten warten, bis in ihrem Wunsch-Kindergarten ein Platz frei ist“, so Agnes Goniwiecha.

Auch für die kommenden Jahre rechnet die Stadtverwaltung mit einer gleichbleibend hohen Geburtenrate von rund 140 Kinder pro Jahr. „In den ersten Wochen des Jahres sind schon 23 Kinder gemeldet worden“, sagte Agnes Goniwiecha. „Damit liegt Altena deutlich über der Prognose und der allgemeinen Geburtenrate“, ergänzte Bürgermeister Andreas Hollstein, der zudem „keine Anzeichen für einen Einbruch“ sieht.

„Kinder erleben die Jahreszeiten hautnah“

Vor der Sitzung hatten die Ausschussmitglieder den Außenbereich der Waldgruppe am Knerling und den inzwischen fertiggestellten Schutzraum in der ehemaligen Grundschule Knerling besichtigt; der Rückzugsraum war bei der Einweihung und Eröffnung im Sommer 2019 noch nicht fertig. Einrichtungsleiterin Inge Harneid führte die Ausschussmitglieder und stand für deren Rückfragen bereit.

20 Plätze gibt es in der Gruppe, alle sind belegt. „Die Nachfrage ist hoch – wir hätten mehr Plätze vergeben können“, berichtete Inge Harneid. Der Raum im alten Schulgebäude ist tatsächlich nur ein Rückzugsraum; der Großteil des Kindergartentags findet draußen statt. „Die Kinder erleben die Jahreszeiten hautnah“, schilderte Inge Harneid, die auf Nachfrage auch erklärte, wie das mit dem Gang zur Toilette ist: Solange die Kinder auf dem Außengelände neben der Schule sind, wird die Toilette im Gebäude genutzt. Ist die Gruppe im Wald unterwegs, geht es „auf die natürliche Toilette“, so Inge Harneid: Jeder wusste auf Anhieb, was gemeint war.

Drei Mitarbeiterinnen – und Klaus Löttgers

Plastikspielzeug komme kaum zum Einsatz. „Die Kinder brauchen Spaten, Schüppen und Sägen“, berichtete die Einrichtungsleiterin; ihr großes Ziel: „Einen plastikfreien Kindergarten“.

Drei Mitarbeiterinnen betreuen die Gruppe, eine davon allerdings nicht allen Tagen. Und dann gibt es da noch Klaus Löttgers – der nicht nur die Wasserleitung zum Außengelände verlegt hat, sondern die gute Seele des Generationentreffs ist, und tatkräftig anpackt, wo er helfen kann.

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