Altena. Große Einigkeit herrschte bei der Generalversammlung der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft (FWG) Altena. Besonders deutlich wurde am Freitagabend, wie stolz die Männer, ob jung oder alt, auf die gelebte Gemeinschaft sind.
Rund 100 Schützen waren am Freitagabend in den Festsaal auf Burg Altena gekommen, um an dieser wichtigen Versammlung der Gesellschaft teilzunehmen, darunter viele Ehrenscheffen. Denn einer der wichtigsten Tagesordnungspunkte waren die Vorstandswahlen (wir berichteten). Hauptmann Alexander Grass nutzte zu Beginn seinen Rechenschaftsbericht für einen Rückblick auf die Jahre 2023 bis 2026.
Besonders hob er die Nachwuchsarbeit und das Engagement in den fünf Kompanien der FWG hervor. „Es ist wichtig, dass wir unsere Kinder mitnehmen, und das ist uns gelungen“, so der Hauptmann. So seien die Familien durch Kränzebinder-Events, zugeschnitten für Jung und Alt, sehr gut eingebunden worden. Auch die anderen, zahlreichen Veranstaltungen der Kompanien, darunter Jubiläums- und Schlagerpartys, Osterfeuer, Bierkastenlauf oder Adventskränzebinden, fanden seine Anerkennung. „Das sind alles coole Sachen. Vielen Dank dafür und bitte macht weiter so“, sagte Grass.
Großes Lob gab es auch für die Macher von Homepage, Facebook und Instagram. „Wir sind da sehr erfolgreich, bitte weiter so.“ Und es seien auch bereits neue, „verrückte“ Dinge in Planung: Eine eigene App könne künftig eine weitere Möglichkeit sein, die Gesellschaft modern aufzustellen. Dabei gehe es jedoch nicht nur um Reichweite, sondern vor allem darum, die Tradition zu bewahren und an die nächste Generation weiterzugeben. Die Einführung des SEPA-Mandats für die Mitgliedsbeiträge sei ebenfalls ein wichtiger Schritt gewesen, der die Verwaltungsarbeit erleichtere.
„Wenn das, was wir alles leisten, nicht mehr geht – dann ist die Stadt tot“
Ausführlich blickte Grass auf das Schützenfest zurück. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen und zusätzlicher Sicherheitsauflagen sei es gelungen, ein großartiges Fest auf die Beine zu stellen. Insgesamt 62 Kapellen und Spielmannszüge hätten auch dazu beigetragen. Besonders freute sich der Hauptmann über die gute Stimmung und den Zusammenhalt. Das Zelt sei am Freitag mit der Altenaer Band Lenniac und auch am Samstag „rappelvoll“ gewesen. Der Sonntag mit dem Seniorenkaffee sei ebenfalls ein Erfolg gewesen. König Dominic Löttgers und Königin Denise Palla hätten gemeinsam mit ihrem Hofstaat ein harmonisches Fest geprägt.
Sein Dank galt den Kompanieführern, Zugführern und allen anderen, die sich engagieren. Besonders Adjutant Jörg Nielsen erhielt großen Applaus für seinen großen Einsatz bei der Organisation des Schützenfestes und weiterer Veranstaltungen. „Wenn man mal überlegt, was wir alles für diese Stadt leisten“, führte der Hauptmann aus und gab zu bedenken: „Wenn das nicht mehr geht, dann ist die Stadt tot“.

Rendant Martin Schröder klärte die Versammlung ausführlich über die finanzielle Situation auf. Foto: Ilka Kremer
Gut 22.000 Euro Minus in drei Jahren
Rendant Martin Schröder, der das Amt 2023 von seinem Vorgänger Uli Wirthsmann übernommen hatte, stellte den Kassenbericht für den Zeitraum von 2023 bis zum 30. September 2026 vor. Er würdigte die Unterstützung seines Vorgängers, auf dessen Erfahrung er bei Fragen jederzeit habe zurückgreifen können.
Der Berichtszeitraum schließt mit einem Minus von gut 22.000 Euro, das aus den Rücklagen gedeckt werden konnte. Die größte Einnahmenposition waren die Mitgliedsbeiträge mit knapp 115.000 Euro in drei Jahren. Die höchsten Ausgaben entfielen mit mehr als 128.000 Euro auf die musikalische Gestaltung des Schützenfestes. Hinzu kamen stark gestiegene Kosten für das Sicherheitskonzept und die Absicherung der Veranstaltung.
Allein für die Sicherheitsmaßnahmen beim Schützenfest waren mehr als 22.500 Euro angefallen. Insgesamt kostete das größte Fest der Stadt mehr als 301.000 Euro. Angesichts gestiegener Ausgaben und einer rückläufigen Spendenbereitschaft müsse deshalb auch über eine Anpassung des bisherigen Mitgliedsbeitrags von 17 Euro auf 24 Euro im Jahr abgestimmt werden. Dieser Erhöhung stimmte die Versammlung mit drei Enthaltungen zu. Die Kassenprüfer bescheinigten eine ordnungsgemäße Kassenführung, so dass der geschäftsführende Vorstand der FWG Entlastung erteilt wurde.
Alle fünf Kompanieführer bestätigt
Wie bereits berichtet, wurde bei den Wahlen Alexander Grass als Hauptmann bestätigt. Adjutant Jörg Nielsen und Rendant Martin Schröder wurden ebenso wiedergewählt. Neu im Fünfer-Team sind Michael Funnemann, der das Amt des Schriftführers von Frank Henkel übernimmt, und Dominik Gerland, der als Fähnrich auf Hendrik Bierwirth folgt.

Frank Henkel (l.) und Hendrik Bierwirth freuen sich, in Michael Funnemann (2.v.l.) und Dominik Gerland gute Nachfolger für ihre Ämter, die sie mit großem Stolz ausgefüllt haben, gefunden zu haben. Foto: Ilka Kremer
Die fünf Kompanien setzen ebenfalls auf Kontinuität: Uwe Kober führt weiterhin das Kelleramt, Stephan Nielsen die Freiheit, Tim Grabowski das Mühlendorf, Heiko Schillo die Rahmede und Oliver Tank die Nette. Ein scherzhafter Zwischenruf, Zugführer Jan Marzecki aus der Nette solle Hauptmann werden, sorgte dabei, wie schon oft für Heiterkeit. Denn der Zwischenruf „Marzecki“ ertönt seit einiger Zeit immer dann, wenn es um Personalien geht, und ist in der Gesellschaft ein Running Gag.
Zum Abschluss erklärte, dass er sich freue, dass der geschäftsführende Vorstand und die fünf Kompanieführer die Gesellschaft weiterhin gemeinsam führen. „Wir brennen dafür“, sagte Grass mit Blick auf die kommenden Aufgaben. und 2029 feiert die Gesellschaft ihr Jubiläumsschützenfest: „Auf das eine oder andere Highlight dürfen sich die Altenaer schon jetzt freuen“.



