Altena/Nachrodt-Wiblingwerde. Seit nunmehr einem Jahr ist die Verbindungsstraße vom Knerling in Altena nach Opperhusen in Nachrodt-Wiblingwerde für Kraftfahrzeuge gesperrt. Viele Bürgerinnen und Bürger fragen sich, warum das so lange dauert. Wir haben nachgehakt.
Es gibt eine gute Nachricht aus dem Rathaus der Stadt Altena: Die seit dem 25. April 2025 gesperrte Verbindungsstraße zwischen Knerling und Opperhusen könnte bald einen wichtigen Schritt in Richtung Wiedereröffnung machen. Wie Pressesprecher Hanno Grundmann auf Anfrage mitteilt, liegen die Planungen für die notwendige Sicherungsmaßnahme inzwischen vor. Auch der Ausschreibungstext sei fertiggestellt, sodass der Vergabeprozess in Kürze gestartet werden könne. „Wenn alles planmäßig verläuft, kann eine Vergabe durch den Rat noch vor den Sommerferien erfolgen“, so Grundmann im Gespräch mit LOKALSTIMME.

Dieser Felsbrocken hatte sich im Hang gelöst und war auf die Fahrbahn gekracht. Archivfoto: Carsten Menzel
Grund für die Sperrung ist die instabile Hanglage entlang der Straße. Im April vergangenen Jahres löste sich ein großer Felsbrocken aus dem Hang und krachte auf die Fahrbahn. Weitere Gesteinsabgänge konnten nicht ausgeschlossen werden, wodurch eine akute Gefahr für alle, die die Straße nutzten, entstand. Die Situation wurde von Fachleuten der Stadtverwaltung als so kritisch eingeschätzt, dass eine sofortige Vollsperrung unausweichlich war. Insbesondere die Kombination aus lockeren Gesteinsschichten, Witterungseinflüssen und der Topografie würden die Strecke unberechenbar machen, so die Experten.

Bauamtsleiter Andreas Kisker zeigte LOKALSTIMME im vergangenen Sommer vor Ort, warum eine Hangsicherung erforderlich ist. Archivfoto: Ilka Kremer
Schnelle Lösung blieb bislang aus
Wie bereits in unserer Berichterstattung deutlich wurde, hat die Stadtverwaltung in den vergangenen Monaten verschiedene Maßnahmen geprüft und vorbereitet. Zunächst standen umfangreiche Untersuchungen und Gutachten im Fokus, um das Ausmaß der Gefährdung genau zu erfassen. Parallel dazu wurden mögliche Sicherungskonzepte erarbeitet – etwa zur Stabilisierung des Hanges oder zum Schutz vor herabfallendem Gestein.
Trotz dieser Vorarbeiten blieb eine schnelle Lösung bislang aus. In früheren Stellungnahmen wurde betont, dass die Komplexität der Lage und der damit verbundene Planungsaufwand eine kurzfristige Wiederöffnung unmöglich machen. Zwischenzeitlich war sogar von einem ungewissen Zeithorizont die Rede. Lediglich Fußgänger und Fahrradfahrer dürfen mittlerweile passieren.
Und jetzt die schlechte Nachricht: Ob die Maßnahme nun tatsächlich wie erhofft vor der Sommerpause vergeben werden kann, das hängt zunächst davon ab, ob Angebote für die Hangsicherung abgeben werden. Bekannt ist im Bauamt nämlich, dass es herausfordernd sein kann, dafür spezialisierte Fachunternehmen zu finden. Diese seien rar gesät, denn es handelt sich um eine hochspezialisierte Dienstleistung, die statisches Fachwissen und spezielle Maschinen erfordert.



