Altena. Das Generalkonsulat der Republik Litauen hat im Haus Mückenburg in Altena eine neue Heimat gefunden. Der ehemalige Bürgermeister Andreas Hollstein wurde zum Honorarkonsul ernannt. Was ihn mit Litauen verbindet.
Ein Schild und die litauische Flagge wiesen bereits am Eingang zum Haus Mückenburg auf das denkwürdige Ereignis hin, das dort am Dienstag gefeiert wurde. Ab sofort ist in dem denkmalgeschützten Profangebäude unterhalb der Burg Altena die konsularische Vertretung der Republik Litauen für den Amtsbezirk Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen beheimatet. Bürgermeister Guido Thal sprach von einer besonderen Ehre, die der Burg- und Drahtstadt dadurch zu teil wird.
Unter den Ehrengästen, die zu diesem besonderen Ereignis begrüßt werden konnten, zählte auch seine Exzellenz Giedrius Puodžiūnas, der Botschafter der Republik Litauen in Deutschland. Er drückte in seiner Ansprache aus, was für eine große Freude er empfinde, in Altena die Eröffnung der konsularischen Vertretung feiern zu können. Mit der Eröffnung werde die Freundschaft zwischen Litauen und den drei deutschen Bundesländern gestärkt. Dabei hob der Botschafter die wirtschaftlichen Vorzüge der drei Bundesländer hervor. Zudem gab er einen Ausblick: „Damit die deutschen Freunde Litauen besser kennenlernen, wird 2027 zum Jahr Litauens in Deutschland erklärt“, so der Botschafter.
Mit der Eröffnung des Generalkonsulats, das als Ort der Begegnung beschrieben wurde, verband man am Dienstagvormittag zugleich die Verabschiedung des bisherigen langjährigen Honorarkonsuls Prof. Jürgen Gramke und die Ernennung seines Nachfolgers Dr. Andreas Hollstein zum neuen Honorarkonsul. Giedrius Puodžiūnas dankte Gramke für seine außerordentlichen Bemühungen. Mit Hollstein einen neuen Honorakonsul gefunden zu haben, der zugleich auch noch familiäre Wurzeln in Litauen habe, beschrieb der Botschafter als schöne Fügung. All dies würde große Zuversicht auf die Zukunft verbreiten.
Ehemaliger Bürgermeister folgt auf ehemaligen Stadtdirektor
Rund 30 Jahre war Jürgen Gramke Honorarkonsul für die Republik Litauen gewesen. Vor der Festgemeinde berichtete er von seinen ersten Begegnungen mit der Republik Litauen und den Menschen vor Ort. „Das war der Anfang einer Liebesbeziehung“, so der scheidende Honorarkonsul schmunzelnd. Über die Jahre hinweg habe er immer Hand in Hand mit dem Botschafter gearbeitet. In seiner Ansprache unterstrich er immer wieder, dass es eine moralische Pflicht sei, Brückenbauer für die baltischen Staaten zu sein. Des Weiteren beschrieb er Litauens Weg bis zur Aufnahme in die Europäische Union, in der man nächstes Jahr sogar den Vorsitz innehat. „In Altena habe ich ein junges Talent entdeckt“, so Jürgen Gramke in Richtung von Dr. Andreas Hollstein. „Wir brauchen jetzt einen richtig aktiven Aktivisten“. Er lobte Hollsteins positive Mischung an Eigenschaften und unterstrich noch einmal wie bedeutend es sei, dass Altena nunmehr eine internationale Vertretung beheimatet. „Glück auf für Litauen; Glück auf für das Generalkonsulat“, so Gramkes Wünsche.

Gäste der Feierstunde im Haus Mückenburg (v. li.): Bürgermeister Guido Thal, Honorarkonsul Andreas Hollstein, Botschafter Giedrius Puodžiūnas und der ehemalige Honorarkonsul Jürgen Gramke. Foto: Annabell Brock
Selbstverständlich kam auch der neue Honorarkonsul zu Wort. Andreas Hollstein freute sich sehr, dass so viele den Weg ins Haus Mückenburg gefunden hatten, um dem geschichtsträchtigen Moment beizuwohnen. Im weiteren Verlauf seiner Rede bekannte Hollstein, dass in ihm ein Viertel Litauen schlummere. Großmütterlicherseits hat er Wurzeln in Litauen und ein Teil der Familie lebt auch noch vor Ort. Anfang der Neunziger Jahre war der neue Honorarkonsul darüber hinaus für die Botschaft der Republik Litauen in Bonn tätig, zudem promovierte er über die heute Verfassung des baltischen Landes. Der frisch ernannte Honorarkonsul dankte für das ihm gegengebrachte Vertrauen und hofft mit seinem Team viel erreichen zu können. Auch wenn Litauen laut Hollstein nur 2,8 Millionen Bewohner hat, müsse die Republik wahrgenommen werden und Deutschland habe eine Verantwortung für Litauen. Persönlich bekannte er, stolz zu sein, Prof. Jürgen Gramke auf verschiedenen Posten nachzufolgen.
Konsularische Vertretung für Altena ein Tor zur Welt
Natürlich ließ es sich auch Bürgermeister Guido Thal nicht nehmen, ein paar Grußworte zu sprechen. „Altena ist die beste Wahl“, so Thal, der damit die große Verbundenheit des scheidenden Honorarkonsul und dessen Nachfolgers zu Altena hervorhob. Gramke als früherer Stadtdirektor und Hollstein als langjähriger Bürgermeister liegt nämlich nicht nur die Freundschaft zu Litauen, sondern auch Altena sehr am Herzen. Mit der Eröffnung der konsularischen Vertretung öffne sich laut Thal für die Kleinstadt Altena ein Tor zur Welt. Des Weiteren lobte Thal die konsularische Vertretung als verbindendes Element des Miteinanders.
Bevor bei einem kleinen Sektempfang auf das ehrwürdige Ereignis angestoßen wurde und der Botschafter am Nachmittag im Landtag in Düsseldorf sprach, trugen sich Giedrius Puodžiūnas, Jürgen Gramke und Andreas Hollstein in das Goldene Buch der Stadt Altena ein. Musikalisch wurde die Feierstunde von Ulrich Frenschkowski, einem langjährigen Freund Hollsteins aus Schulzeiten, am Keyboard untermalt. Er hatte im Vorfeld speziell litauische Klaviermusik für den besonderen Moment ausgewählt und lobte die Musik als einzige Sprache, die keine Übersetzung brauche.



