Altena. In einem Mehrfamilienhaus in der unteren Nette ist in der Nacht zu Sonntag im Dachgeschoss ein Feuer ausgebrochen. Eine Person ist dabei verletzt worden und kam ins Krankenhaus. Für die Feuerwehr war es ein mehrstündiger Einsatz bei frostigen Temperaturen.
Nur wenige Meter entfernt von der Feuerwache entfernt, schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite – und doch war die Einsatzstelle für die Feuerwehr nur schwer zu erreichen. Das mehrstöckige Wohnhaus Bachstraße 36 steht oberhalb der Straße, in zweiter Reihe. Nur ein schmaler Weg führt zum Gebäude hinauf. Für die Feuerwehrfahrzeuge viel zu eng, erst Recht für das große Drehleiterfahrzeug. Und gerade die Drehleiter wäre bei dem Feuer im Dach von großem Nutzen gewesen.
Für die Feuerwehrleute hieß das: Schläuche schleppen und Meter für Meter die Wasserleitungen legen.
Um 23.50 Uhr in der Nacht begann der Einsatz und zog sich bis weit in den frühen Sonntagmorgen hinein. Im Einsatz waren alle drei Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr und die Feuerwache.

Zur Einsatzstelle oberhalb der Bachstraße führte nur ein schmaler Weg – keine Chance für die Feuerwehrfahrzeuge, die Feuerwehrleute mussten zu Fuß gehen. Foto: Carsten Menzel
In der Spitze bekämpften sie mit Wasser aus fünf C-Rohren das Feuer: Drei im Inneren des Gebäudes und zwei außen. „Zum Nachbargebäude wurde eine Riegel-Stellung aufgebaut, um ein Übergreifen der Flammen auf das Haus zu verhindern“, erläuterte Marc Wagner, Pressesprecher der Feuerwehr, am Einsatzort gegenüber Lokalstimme.de.

Auf der Bachstraße reihten sich von der Kreuzung zum Markaner bis zur Feuerwache die Einsatzfahrzeuge auf. Foto: Carsten Menzel
Was anfangs ein Zimmerbrand war, hatte sich zu einem Feuer im Dachgiebel ausgeweitet; in der Holzkonstruktion fanden die Flammen reichlich Nahrung. Und selbst als kein offenes Feuer mehr zu erkennen war, loderten immer wieder Flammen auf, weil sich in der hölzernen Dachkonstruktion etliche Glutnester gebildet hatten.
Als „herausfordernd“ bezeichnete Stadtbrandinspektor Kai Spelsberg, der den Einsatz leitete, die Aufgabe für die Feuerwehr. „Eine für Altena an vielen Stellen typische Einsatzstelle: eng und steil“.

Stadtbrandmeister Kai Spelsberg (li.) leitete den Einsatz und bezeichnete die Aufgabe für die Feuerwehr als „herausfordernd“. Foto: Carsten Menzel
Gute Hilfe leistete die Drohne der Feuerwehr, die Bilder aus der Luft vom Dachstuhl lieferte. Das Fluggerät blieb auch, als das Feuer gelöscht war, zusammen mit einer Brandwache im Einsatz: Regelmäßig flog die Feuerwehr den Dachgiebel auf der Suche nach möglichen Glutnestern oder neuen Feuerstellen ab.
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) versorgte die Einsatzkräfte mit heißen Getränken.

Das DRK, im Bild Leeroy (li.) und Don Wickenhöfer, sorgte für heiße Getränke bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Foto: Carsten Menzel
Das Haus stuften Stadtbrandinspektor Spelsberg und Kreisbrandmeister Michael Kling (Nachrodt) in der Nacht als unbewohnbar ein. Auch Ordnungsamtsleiterin Lisa Buschmann machte sich ein Bild vor Ort.
Ein Bewohner wurde mit einer Rauchgasvergiftung und Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht. Drei weitere, unverletzte Bewohner kamen zunächst bei Nachbarn unter.
Die Bachstraße war während des Einsatzes zwischen Feuerwache und Markaner komplett gesperrt.

Abdampfen: Wie viel Hitze im Dachgeschoss herrschte, zeigte sich auch, als sich die abgelösten Angriffstrupps draußen in der Kälte Helm und Flammschutzhaube abnahmen. Foto: Carsten Menzel
Um den Feuerschutz in der Stadt während des Einsatzes sicherzustellen, besetzte die Löschgruppe Evingsen für die Stadtteile oberhalb der Einsatzstelle (Nette, Nettenscheid, Dahle, Evingsen) die Feuerwache und die Löschgruppe Dahle ging unterhalb der gesperrten Bachstraße am Markaner für das übrige Stadtgebiet in Bereitstellung. Ein Rettungswagen samt Besatzung nutzte die Polizeiwache an der Bahnhofstraße als Station.
Zur Brandursache und Schadenshöhe gab es in der Nacht noch keine Angaben.

Das, je nach Zählweise, drei- oder viergeschossige Wohnhaus galt nach dem Feuer in der Nacht als unbewohnbar. Foto: Carsten Menzel



