Altena. Die Stadt Altena packt eines seiner größten Problem-Areale an. Der Rat hat den Rahmenplan für das Areal Schwarzenstein beschlossen und damit den formalen Startschuss für den Rückbau der Industrieruine gegeben.
Mit vier Gegenstimmen – 3 von der SDA (Soziale und demokratische Alternative) und eine von der Partei Die Linke – folgte der Rat in seiner jüngsten Sitzung der Empfehlung des Stadtentwicklungsausschusses. Der Beschluss markiert einen wichtigen formalen Schritt auf dem Weg zur städtebaulichen Neuordnung der ehemaligen Industriefläche an der Lenne.

Morbide, unheimlich und zugleich nostalgisch: Die Industrieruine Schwarzenstein in Altena. Foto: Ilka Kremer
Früher Produktionsstätte, heute Schandfleck
Was es bedeutet, diesen Beschluss mit Leben zu füllen, lässt sich besonders eindrücklich vor Ort erahnen. LOKALSTIMME war erneut auf dem Areal unterwegs: Bei frostigen Temperaturen liegt Reif auf Wegen, Mauerkanten und Stahlträgern. Das riesige Gelände wirkt in dieser winterlichen Starre zugleich morbide und unheimlich. Und doch ist dieser Ort, der als Schandfleck der Stadt gilt, geprägt vom eigentümlichen Charme einer alten Produktionsstätte, die viel zu erzählen scheint.
Stellenweise hängt noch der Geruch von Metallverarbeitung in der Luft, gemischt mit dem von Vermodertem. Hier und da entsteht der Eindruck, als sei die Arbeit vor langer Zeit einfach unterbrochen worden: Ein Karren steht abgestellt, als hätte ein Arbeiter am nächsten Morgen zurückkehren und weitermachen wollen. Im ehemaligen Bürogebäude sind durch eingeschlagene Fensterscheiben verlassene Büromöbel und Aktenordner zu erkennen – stille Zeugen einer längst vergangenen Zeit. Angesichts der Größe des Areals und der Tatsache, dass sich die Natur große Teile bereits zurückerobert hat, lässt sich nur erahnen, wie viel Arbeit, Zeit und Kosten der Rückbau der Industrieruine mit sich bringen wird.

Die Natur hat bereits ganze Arbeit geleistet und sich große Teile des Areals zurück erobert. Foto: Ilka Kremer
Fördermittel sichern und Gespräche mit Bezirksregierung und Land NRW führen
Das Areal gilt seit Jahren als städtebaulicher Missstand und prägt das Stadtbild negativ. Der nun bestätigte Rahmenplan stellt jedoch keine endgültige Festlegung auf eine konkrete Nutzung dar. Vielmehr handelt es sich um ein strategisches Handlungskonzept, das insbesondere dazu dient, Fördermittel zu sichern und Gespräche mit der Bezirksregierung sowie dem Land Nordrhein-Westfalen auf einer verlässlichen Grundlage zu führen.
Die im Rahmenplan vorgesehene Vorzugsvariante zeigt mehrere Entwicklungsmöglichkeiten auf. Dazu gehören Flächen für Gewerbe und Einzelhandel, Konzepte für Wohnen und Arbeiten, eine Aufwertung der Aufenthaltsqualität sowie eine bessere Anbindung des Areals an die Lenne. Auch Parkflächen sind Teil der Überlegungen. Die ehemalige Brücke soll dabei als „verbindendes, identitätsstiftendes städtebauliches Merkzeichen“ erhalten bleiben.
Rückbau der Industrieruine steht im Mittelpunkt
Andreas Kisker, Abteilungsleiter Planen und Bauen der Stadt Altena, verdeutlichte, dass im Mittelpunkt der weiteren Entwicklung zunächst der Rückbau der bestehenden Industrieruine stehe. Dieser Schritt gelte als Voraussetzung für alle weiteren Planungen und als notwendige Maßnahme, um das Gelände langfristig aufzuwerten. Erst im Anschluss könnten konkrete Nutzungen weiterentwickelt und gegebenenfalls Investoren angesprochen werden.
Mit dem Beschluss des Rates ist der formale Rahmen nun gesetzt. Die kommenden Schritte werden zeigen, wie sich aus der Industriebrache am Schwarzenstein schrittweise neue Chancen für die Stadt Altena ergeben können.



